Quadratische Proportionen

Einsicht

Eine übertriebene Genauigkeit würde die Dinge eines Menschen nicht besser machen.

Schema: Quadratische Proportionen

Gestaltung

Quadratische Proportionen

Unter einer Betrachtung der 'quadratischen Proportionen' versteht Schneider eine Ausrichtung der körperlichen Kräfte eines Menschen entsprechend jenen inneren Beziehungen eines Quadrates. Das hat er während mancher Phasen der Meditation so geübt.

Dokumentation

Eine Leere anerkennen

Bei meiner Suche nach dem richtigen Gehalt für meine Werkschau bin ich zuweilen an richtiggehende Begrenzungen meiner Kraft gekommen. Da habe ich sie nicht bis ins Ungewisse hinein steigern wollen, das würde ich aber auch gleich gar nicht tun können. Die Grenzen meiner Person sind zwar von Zeit zu Zeit veränderlich gewesen, aber es hat immerzu solche gegeben. Jedoch habe ich mich weder zu besiegen noch zu überwinden gewusst. Davon habe ich irgendwann abgelassen, so etwas zu versuchen. Es erscheint mir heutzutage als ein falscher Weg, dass man so etwas tut. Vielmehr als das möchte ich mir entsprechen. Von Zeit zu Zeit sind darum manche Vorhaben von mir einfach gescheitert, was ich hingenommen habe. Sie haben nicht zur Konstellation meines Lebens gepasst, darum habe ich sie früher oder später aufgegeben.

Dasselbe kommt auf der abstrakten Ebene der Gedanken bei mir vor. Auch diese hat ihre Begrenzungen, auch wenn sie auf den ersten Blick von uns nicht wahrgenommen werden könnten. Da habe ich sie einfach vorausgesetzt und unter einer solchen Prämisse das mir Gegebene betrachtet. Oh ja, das Beschauen der Gedanken ist ein Vorgang, der sehr viel möglich machen kann und für den in meinem ruhigen Leben manche Gelegenheit besteht.

Da habe ich die Gedanken von mir wiedergegeben, indem ich sie mir notiert habe. Ich erinnere mich daran, dass ich mir das erstbeste Wort in der Regel hergenommen habe, um es auszuführen. Da habe ich es um weitere Worte ergänzt. So sind viele Gedichte und Aphorismen entstanden, die es einheitlich zum Thema gehabt haben, dass ich eigentlich nichts zu sagen wissen würde. Das ist der Ausgangspunkt für die Erstellung meines Werks gewesen. Erscheint er mir auch rätselhaft zu sein, so habe ich dadurch doch zur Sprache und ihrer Gestaltung gefunden. Es ist mir nach wie vor wichtig geblieben, ehrlich im Umgang mit den Regungen meines Gemüts wie auch mit den Gedankendingen zu sein. Ich erkenne sie an und weise dieser Sache auch etwas von hohem Wert zu. Da bestimme ich es dafür, dass meine Werke in ihrer Summe Bestand behalten können, solange ich mir selbst gerecht bleibe. Das Eigene aber ist nichts gewesen. Da muss es als Summe auch neutral und in Balance sein.

Ein vielgestaltetes Nichts wird das sein, was da durch mich emaniert wird. Es hat bereits manches davon zu seinem Bestand gefunden. Derweil denkt es sich mir im Geiste, dass ich es auf die Weise rechtmache. Mein Werk soll eines sein, dass das Wesen der uns Menschen zugänglichen Begebenheiten keineswegs verdrehen oder verstellen soll. Darum habe ich es anerkannt, wie es geworden ist, und das alles so belassen, wie es mir zu sein scheint. Ich bräuchte es nicht zu behaupten. Das wird vergebens sein, dass man sich durchsetzt und eine Vorreiterrolle übernimmt. Wohin möchte man auch gehen? - Das Eigene habe da einen besseren Bestand. So sollen wir es leben, so sollen wir es erhalten.

Das wird die Leere sein, was aus unserem Denken resultieren kann, sobald es sich vervollständigt hat. Der Ansatz dafür soll es sein, dass wir uns das Gegebene erhalten möchten. Ein solches Werk wird gutartig aufgebaut sein, wenn es dieser Vorgabe entsprochen hat. Eine Flucht des Menschen führt ihn in ein unbekanntes Gebiet. Bei ihr wird er auf manche Hilfestellung angewiesen sein und Vertrauen sowie Verlass anderen Menschen gegenüber besitzen müssen. Das kann schiefgehen, weil nicht jeder so etwas verdient haben würde. Man baue besser auf das eigene Vermögen, weil es so von uns bewahrt werden kann. Keiner hat alles gekannt, was uns ausmacht. Da haben die Menschen auf der Flucht vieles davon verloren, was sie einmal so groß gemacht hat. Manche haben allein nur ihre Würde davongetragen, als sie in fremdes Gebiet eingedrungen sind, und andere haben sich nicht einmal eine solche Würde bewahrt. Mancher ist derweil gar in Gefangenschaft geraten und hat alles verloren, das ihm vormals so lieb gewesen ist.

Da haben wir manchen Grund dafür erkannt, um vor Ort zu bestehen, anstatt uns in die Obhut anderer zu begeben und uns auf deren Führung zu verlassen. Dann aber haben wir den Kreis vervollständigen können und unsere Gedanken gedacht. Das hat eine hohe Wertigkeit zu eigen. Manches bringen wir so zum Abschluss.

Sind die eigenen Dinge erst einmal von uns vervollständigt worden, dann sollen sie auch in solcher Ordnung bleiben. Dazu haben wir die Beständigkeit des uns Gegebenen anerkannt und ihr manche Bedeutung zugewiesen. Wir verhalten uns danach, dass wir im Umgang mit dem Gegebenen immer wieder aufs Neue die Kreise schließen werden und so in Analogie zu dem bereits Beständigen das Weitere heranbilden, auf dass wir es schaffen können. Derweil hat das der Mensch als etwas Rechtes empfunden. Es ist ihm sehr genehm, dass seine Gedanken dabei sich vervollständigt haben.

In diesem Zustand der Vollständigkeit des uns Eingegebenen haben sich die Belastungen bei uns aufgelöst, weil sie in Balance gekommen sind. Das soll es sein, was eine Krone am Menschen ausmacht. Man trägt sie weniger auf dem Kopf, als dass man sie vielmehr bei sich durch geistige Stärke und eine Klärung des Gegebenen verkörpert hat. Da haben die Gedanken bei uns zu ihrem Bild gefunden, derweil haben wir ein solches komplettiert. Dafür hat jeder Mensch einen Rahmen zu eigen, der es ausmacht, was er zu verstehen weiß. Nach einem solchen richten wir uns im Leben aus und erfahren so ein eigentliches Glück. Damit ist es uns gelungen, etwas davon darzustellen, was uns im Dasein ausmacht. Das soll ein Bild für die Leere sein.

Sie haben wir als Erstes und als Letztes im Leben zu eigen. So sind wir gekommen, so werden wir auch gehen. Wer sich die Mühe gemacht hat, eine solche Leere im Leben bei sich wachzurufen und sie wiederum zu verfügen, der kann sich dabei glücklich schätzen, weil er etwas rechtmacht. So haben wir zu leeren Händen gefunden, so haben wir uns der Dinge entledigt. Das hat einen Frieden bei uns erst möglich gemacht.

Dokumentation

Die Vorspannung gewahren und zulassen

Ein Mensch, der alles hat, muss das auch verwalten, was er hat. Da wird er Zeit seines Lebens damit beaufschlagt sein, was da vorgekommen ist. Der Glückliche bezeichnet es als sein Glück, der Unglückliche hat daran jedoch sein Unglück festgemacht. Haben werden beide das Gleiche. Sie haben es allein nur anders interpretiert. Warum sie das tun, kann man erörtern. Das wird uns jedoch nun auf Abwege führen können. Darum haben wir davon abgelassen. Wir bräuchten das Unglück nicht zu verstehen, wenn es obsolet gewesen ist, dass es aufkommt. Vielmehr als so etwas Abwegiges zu tun, möchten wir uns beschränken. Darum führen wir das hier und auch andernorts in keiner Weise aus. Es hat keinen Docht zu eigen, so etwas doch zu tun, weil es der Willkür eines Menschen entsprungen ist.

Stattdessen möchten wir die Willkür des Menschen untersuchen. Sie ist dem allem übergeordnet und auch so zu erkennen. Wegen ihr versagen des Menschen Kräfte zuweilen. Sie hat zu nichts geführt, weil sie keinen einzigen Weg verkörpert, sondern eine Vielzahl der Wege als berechtigt vorhanden angesehen hat. Da ist es ihr Anteil am Gegebenen, dass ein Mensch wegen ihr sein individuelles Schicksal erfährt. Das Glück aber liegt auf einer anderen Ebene und ist mit dem Individuum und seinen Erfahrungen des Missgeschicks allein nur bedingt vereinbar gewesen.

Wer den wahren Weg, welcher ein einziger allein nur sein kann, verlassen hat, der entdeckt die Freiheit zu scheitern und zu versagen für sich. Viele Schritte kann er so tun, die sein Lebensglück schmälern werden. Dabei macht er reiche Erfahrung davon, was nicht gut für ihn gewesen ist. Kehrt er anschließend um, so hat er den Abweg und einen Rückweg aus der Falle oder aus der Patsche für sich gefunden. Ein Glück ist keines dabei eingetreten. Derweil ist es allein nur sein Gebärden gewesen, was ihn dorthin geführt haben kann. Für einen Menschen ist der individuelle Weg nicht vorgesehen gewesen. Er offenbart uns das Gesetz des Schicksals, aber er würde nicht die Rechtmäßigkeit unserer Handlung erwirken. Im Gegenteil, gerade weil wir von ihr abgewichen sind, ist das Schicksal eingetreten, welches uns widerfahren ist. Darum hat die dabei gewonnene Erfahrung keine Bedeutung. Im Grunde hat keinerlei Erfahrung eines Menschen eine andere Bedeutung als die, dass sie ohne Grund zustande gekommen ist. Damit haben wir es erkannt, dass sie ohne Wert für einen rechtschaffenen Menschen sein muss. Wir sollten uns nicht von den Darstellungen der Abwege anderer Leute Lebenswegs dazu verleiten lassen, ihnen nachzueifern. Darum haben wir alles verworfen, was damit in Verbindung gestanden hat. So sind wir dazu übergegangen, das eigene Gut wichtiger zu nehmen als dasjenige Gut der anderen Leute.

Wir führen ein eigenes Dasein. Haben wir erst einmal alles daran aufgegeben und uns dem eigenen Guten im Leben gefügt, so haben wir auch etwas rechtgemacht. Da können wir alle individuellen Anteile des Menschen aufgeben, ohne etwas zu verlieren. Ja, wir werden vielmehr etwas dadurch zu gewinnen wissen, dass wir das getan haben. Fortwährend werden wir einen Aufbau der Dinge erfahren, wenn wir es richtig gemacht haben. Doch sollten wir keinen Tempel bauen, wenn es um falsche Idole gegangen ist. Darum haben wir auch davon abgelassen und auf keinem der möglichen Wege uns dazu aufgefordert, mehr als nichts zu tun. Somit haben wir alles belassen, wie es ist, und uns einer Auflösung davon gewidmet, was zuvor als Willkür bezeichnet worden ist. Damit haben wir dem Ego an uns einen Weg vorgegeben. Wir haben allein nur das für uns als ein Glück anerkannt, was über ein solchen Anteil des Menschen hinausgegangen ist, welcher allein nur ihm zugehört hat.

Da ist ein solches Ego als Erscheinung für den Menschen von Bedeutung. Er erkennt es an ihm, dass er etwas nicht zu tun bräuchte. Was er aber tun sollte, dass resultiert aus seiner Ichkraft. Mit ihrer Zuhilfenahme hat der Mensch manche Gelegenheit sein Ich mit einer Gemeinschaft in Einklang zu bringen. Ist das erst einmal geschehen, wird er sein Dasein auf redliche Weise fristen können.

Wir wollen also eine Position in einer Gemeinschaft einnehmen. Dazu müssen wir jemand sein, der um sich gewusst hat. Wir haben dafür eine eigene Geschichte, damit wir zu wahren Worten über das Leben finden können. Wir haben dafür ein eigenes Geschick, damit wir neben den Worten auch mit Taten glänzen können. So können wir uns mit Tat und Klang am Geschehen eines Umfeldes beteiligen. Daran haben wir das eigene Glück festgemacht, dass es sich erfüllt hat, was wir zu erreichen suchen. Daran haben wir eine Gegenwart erkannt, dass wir durch das eigene Wirken bereits einen Anteil daran haben, was geschehen und wahrgeworden ist. So haben wir es verstanden. So wird es auch einen Nutzen haben. Darum haben wir an unserer tatsächlichen Arbeitsfähigkeit das eigene Gut festgemacht und sie erwirkt.

Jeder weitere Moment des Lebens soll da für uns zum Zwecke einer Erhaltung des Gegebenen bestehen. Was dazu nicht gut gepasst hat, das bringen wir wiederum bei uns in Ordnung.