Balance

Impuls

Leere

Der Mensch kann sich allein nur dann ausrichten, wenn ihm auch der Raum dafür zur Verfügung steht. Ein Geist wird allein nur dann bei ihm freigesetzt, wenn da etwas Lichtes an ihm vorkommt. Alle Füllen sind eine direkte Folge der Leere. Leere aber, das würde nichts sein. So etwas wird damit angesprochen.

Ein Wechselbad der Relationen verhilft uns Menschen allein nur zu einer Verstrickung von uns selbst. Besser wird es da sein, alles und nichts endlich freizumachen. Wer seine eigentlichen Dinge richtig erkannt hat, der wird auch dadurch in seinem Glück begünstigt.

Dokumentation

Geschichte meiner Selbstfindung

Eine Herangehensweise an dieses Dasein als Mensch gelte es zu finden, welche einem Raum, Material und innere Stabilität möglich macht, beziehungsweise welche diese erhält. Manche sprechen da von der Struktur und meinen, dass diese allein das Maß für solche elementaren Gegebenheiten sei. Das halte ich aber für falsch. Ich denke, dass eine solche Beschränkung des Gegebenen nicht zulässig sein würde.

Ich finde, dass es verkehrt ist, eine Ordnung der Dinge ohne gleichwertige Berücksichtigung anderer Gegebenheiten durch die Einhaltung einer Struktur zu verwirklichen. Der Versuch, das so zu tun, wird notgedrungen immer stärker scheitern, je weiter er fortgeschritten ist. Davon gehe ich aus eigener Erfahrung aus.

Ich gebe es Ihnen hiermit nun zur Kenntnis, dass ich mich mit mancher Literatur zu Vorzeiten befasst habe. Ich habe das Gelesene zu interpretieren versucht, und dabei die Unterschiede bei der Betrachtung der elementaren Dinge erforscht, wie diese von den Autoren besprochen worden sind. Sie sind nicht immer augenfällig gewesen. Aber ein eingehendes Durchdenken solcher Literatur hat manches an mir zutage gefördert, was ich bis heute bei einer inneren Schau sichte und den Alltagserfahrungen zuordne.

Manchem wird das unnötig erscheinen, dass ich so etwas tue. Aber ich kann mein Leben allein nur so führen, wie ich es selbst wahrnehme. Jene mit diesem Dasein verbundenen Dinge sind für mich weder einzigartig noch auf eine individuelle Weise zu verstehen. Und auch heute noch suche ich nach den eigentlichen Gemeinsamkeiten daran, welche wahrscheinlich jedermann etwas gelten.

So bin ich auf dieser Suche nach dem Sinn der Dinge regelrecht über den Begriff der Struktur gestolpert und habe ihn nicht zu fassen vermocht. Berge, Seen und Täler, das sind für einen Schwarzwälder wie mich eigentliche Strukturen. Da gäbe es auch Ebenen und Plateaus zu nennen. Selbst eine Wiese oder ein Baum entspricht meinem innerlichen Begriff einer Struktur gut.

Und doch bin ich in diesem Dasein mit einem andersartigen Begriff der Struktur konfrontiert worden. Es ist nicht allein nur so, dass man diesem Verständnis der Struktur mein Dasein als Mensch bald nachgeordnet hat, man hat mich auch dazu aufgefordert mich diesem Prinzip zu unterwerfen. Das sei das einzig Richtige und führe erst zu jener Form einer Besserung meiner Dinge. So hat man es mir aufgetragen.

Hilflosigkeit einerseits habe ich da verspürt, weil ich es nicht richtig verstanden habe, was das denn sein soll. Andererseits bin ich meinen Lehrern stets gefolgt und habe mich auf deren Modelle der Wirklichkeit eingelassen. Andere Lehrer haben mich nicht geschult. Was kann man da auch anderes tun, wenn man sich in eine Gesellschaft integrieren möchte, als den Lehrern, welche dazu bereit sind sich einem zuzuwenden, zu folgen?

Hase und Schneckenhaus, Tusche und Buntstifte auf Papier

Aphorismus

Überlegungen und Gegebenheiten

Struktur ist ein Wort, das wie jedes andere Fremdwort für einen deutschen Muttersprachler erst einmal geklärt werden muss. Er würde dessen Bedeutung sich nicht denken können. Genauso wenig wird er diese aus dem Schall ableiten können, welcher bei dem Aussprechen dieses Wortes hörbar und fühlbar zu vernehmen ist.

Ein solcher Begriff erscheint erst aufgrund seiner Verwendungsart vor unserem geistigen Auge und wird dann von uns selbst als Begriff für spätere Momente des Lebens geklärt. Doch ist es mir passiert, dass das Modell der Struktur mir nicht eingeleuchtet hat. Ähnlich wie der Energieerhaltungssatz für meine Lebensumgebung für mich noch niemals wirklich greifbar gewesen ist, habe ich auch keine Auffassungsgabe für etwas Strukturelles.

Mancher hat mir zu erklären versucht, dass die zeitliche Abfolge der Dinge eine Struktur sei. Doch habe ich auch keinen Begriff einer solchen. Ich habe mir diese nicht veranschaulichen und auch nichts über sie in Erfahrung bringen können, was einer Überprüfung standgehalten hat.

An eine Vorgabe solcher Dinge für den Menschen könnte ich nicht glauben. Das wäre mir zu billig. Da wird ja jeder etwas anderes dazu zu sagen haben. Und wo viele Meinungen gehört werden müssen, gibt es wahrscheinlich auch viele unterschiedliche Überzeugungen zu vernehmen. Woher soll man es da wissen können, wer Recht hat?

Aphorismus

Hermetik und Burgbau

Getreu der Unabhängigkeit eines Menschen, welche dank einer Hermetik seiner inneren Verbundenheit mit dieser Welt vorkommt, kann dieser für sich einen Bereich erhalten, wo er sich aufhält und besteht, seine Burg also. Eine solche gelte es für sich zu behaupten. Dort halte man sich auf, wo das gegeben ist, dass man als Mensch zu sich findet. Das wäre der richtige Ort dazu.

Eine Burg aus Holz, Steinen und Metall zu errichten würde nun aber in der heutigen Zeit nicht der Garant dafür sein, dass man etwas davon verwirklicht, was diese innerliche Veranlagung auffindbar macht. Dazu ist weder die Zeit gegeben, noch steht das Material dafür zur Verfügung. Und doch ist das Schutzbedürfnis des Menschen noch immer ein wichtiges. Um dieses endlich zu erfüllen, bedarf es einer eigentlichen Festungsanlage für uns.

Diese werde durch eine eigene Basis gebildet. Eine solche bestehe durch das Siegel eines Menschen, welches durch dessen Namen bereits hinreichend verkörpert wird.

Das Vorkommen einer Basis für das eigene Dasein wird den Menschen in diesem Leben dahingehend bestärken, dass er seine Existenz als sinnvoll und gegeben anerkennt. Wir sind dazu nicht allein nur auf solche Dinge angewiesen, wie sie durch die äußeren Umstände emaniert werden. Manches haben wir sogar selbst zu vollbringen.

Ohne den Rückhalt des Geistes von uns zu erfahren, werden wir kaum mit etwas Eigenem in dieser Welt bestehen. Ja, wir würden dann nicht einmal aus unseren Versuchen dazulernen. Wie sollen wir es dann aber richtig verstehen, was dieses Leben ausmacht? Warum sind uns unsere Hände so stark gebunden?

Wir brauchen dringend gewisse Werte für uns, welche etwas Gutes für uns bedeuten. Auf diese verzichte man nicht. Allein nur durch eine Erhaltung des Gegebenen erlangt man eine Grundlage für dieses Dasein. Damit besteht man, indem man zu sich findet und es weiter ausbaut, was man da erhalten hat. Erst dann wird man eine wirkliche Wahl in seinem Leben haben und etwas erreichen.

Aphorismus

Eine Endlichkeit der Werke favorisieren

Ausgehend von einem ordentlichen Leben und hinführend zum Erhalt eines solchen soll der Vorgang zu benennen sein, mittels dem man als Mensch nach einem eigenen Werkschaffen strebt. Ein solches soll im Mindesten zu einem selbst gut passend ausgewählt sein. Mit diesem gelte es nämlich einmal auch vor anderen Leuten hinreichend zu bestehen und klarzukommen.

Das, was ein Mensch tun möchte, resultiert zum einen aus seinem Wünschen, manchmal aber auch aus seinen Möglichkeiten und seiner Integrität. Das Gesamte davon wird seinen Willen bestimmen. Dieser Wille entspricht der Summe der Erwartungen, Hoffnungen und Gelegenheiten eines Menschendaseins. Er besteht der Ansatz zu einem Werkschaffen oder es würde gar nicht erst aufkommen. Die Gegebenheiten dieses Kosmos sollen von uns aufgefasst und angenommen werden, wie sie sind. Machen wir das so, damit wir in einen Einklang damit kommen. Innerhalb dieser Welt möchten wir erscheinen, haben uns aber auch auf sie einzustimmen, um mit diesem Leben zu bestehen.

Gestalten, Tusche auf Papier

Phänomenales

Ausrichtung und Sinn

Schaue ich auf den Berg, dann sehe ich einen Berg. Schaue ich aber zu Boden, dann sehe ich den Grund zu meinen Füßen. Hebe ich meine Arme in die Luft, dann spüre ich mich selbst dabei. Lasse ich diese hernach wieder sinken, erkenne ich auch etwas von mir. Meinen Stand etwa, welchen ich dabei einnehme, kann ich so vernehmen. Auf diesen einzugehen würde hier jedoch nicht erforderlich sein. Also lasse ich das jetzt einfach sein.

Was will ich auch von dieser Welt anderes, als da sein und in ihr vorkommen? Wozu ist diese denn gut, wenn sie das nicht auch zu solch einem Dasein sein würde, wie es mir gegeben ist?

Jeder hat etwas zu eigen. Und jeder kann es verstehen, was ihm gegeben ist. Die erforderliche Begabung dazu ist keine andere als dieses Menschendasein. Der Umstand, dass man innerhalb der Flure, Räume und Wirklichkeiten dieser Welt vorkommt, würde nicht unbedingt einen Schaden für uns bedeuten müssen. Das braucht kein Fehler in der Konstellation der Gegebenheiten zu sein.

Jedem Menschen steht wahrlich ein Menschendasein in Würde zu. Das ist so unzweifelhaft richtig. Und diese Ansicht zum Wert eines Menschen macht die Rechtsform der Demokratie zurecht aus, wie ich finde. Jeder kann diese Haltung einnehmen und Recht damit behalten, was er dank ihr an Gehaltvollem auffindet.

Eine Würde kann man weder verspielen noch vergeben. Keiner hat diese für sich allein zu eigen, ohne dass sie nicht doch auch allen anderen mindestens in gleichwertiger Weise gegeben ist. Niemand kann die Würde in ihrer Wertigkeit variieren.

Ausrichtung und Sinn des Menschen bedingen einander stark. Im Leben, wie im Erfahren eines Glückes auch ist der Mensch gleich vor der Wirklichkeit. Keiner kann etwas für sich geltend machen, was andere nicht ebenfalls bedingt haben würde. Was also soll es bedeuten, dass wir da sind? Haben wir nicht auch etwas davon zu verstehen, weil es uns gibt? Wird denn auf diese Weise keine eigentliche Klarheit über dieses irdische Dasein von uns Menschen zu gewinnen sein?

Phänomenales

Abstraktion als Weg einer Transformation

Das, was es gibt, ist da und kommt darum vor. Da werden wir es zuweilen auffassen, was uns gegeben ist. Dazu sollen wir unsere Wahrnehmung und Tatkraft selbst einsetzen.

Aber wir sind auch frei geblieben. Wir können das zuerst tun, was uns gerade zu tun in den Sinn gekommen ist, ehe wir etwas anderes machen werden.

Möglicherweise wird das zu jedem Moment dieses Daseins etwas sein, was uns da zu tun notwendig erscheint. Zuweilen wird es auch erforderlich sein, es wieder bleiben zu lassen und so den Bestand der Dinge zu erhalten oder sich an diesen eingehend zu erinnern. Das kann man als eine eigentliche Untätigkeit bezeichnen. Es wird ein Nichtstun sein, was der Mensch dabei erfährt, während er das Seinige für Seinesgleichen und sich erhält. So etwas soll genügen. Mehr würde es nicht dazu brauchen. Das wird so wahr sein. Wir machen das so, weil es uns zusteht, für eine Stabilität der Dinge zu sorgen. Wir haben auch das Recht dazu, für uns selbst zu sorgen. Das soll geschehen. Da bedarf es aber einer Probe, bei der man es herausfinden kann, ob das Gegebene Bestand behält.

Für eine Gemeinschaft wäre das kein direkt erbrachter Dienst, wenn einer alles seinlassen wird und nichts tut. Aber es dürfte auch nicht von anderen grundlos als Verlust angezeigt werden. Es wird wahr sein, dass eine Gemeinschaft davon profitiert, wenn es ihren Mitgliedern in diesem Leben gut ergeht. Ein Belassen des Gegebenen wird zuweilen gerade eine Notwendigkeit dieses Daseins sein. So entsteht ein Rückhalt. Man braucht diesen für einen eigentlichen Progress so dringend. Man soll da mal die Fünfe gerade sein lassen und eine Pause machen.

Dabei würde jene Summe an Menschen, welchen es gut ergeht, gewiss nicht unbedeutender sein als die Summe der Güter, welche die Menschen eignen. Für den Bestand einer Gesellschaft wird das mit Sicherheit so richtig sein.

Die Bedeutung eines Besitzes kann zudem eine sehr relative Größenordnung an sich aufweisen. Wir eignen nichts auf ewig. Dieser kann eigentlich überhaupt keinen dauerhaften Bestand bei uns behalten, da der Mensch im Mindesten einmal stirbt. Und es würde nicht zu erwarten sein, dass dieser Vorgang rückgängig gemacht werden kann, wenn er einmal eingetreten ist. Was uns einmal verloren gegangen ist, das wird wenigstens auf unbestimmte Dauer weg sein.

Doch was soll Bestand haben? - Eine Art des Menschen solche Dinge für sich zu klären, wäre jener Versuch, diese auf eine andere Ebene zu transferieren, wo diese keiner Veränderung unterworfen sind. Da wäre die Ebene der Gedanken und Ideen wahrscheinlich dafür geeignet. Auf dieser könnte man nichts bewirken, aber vieles durch Erkenntnis klarmachen und vorbereiten.

Wir sagen Abstraktion dazu, wenn wir die Dinge bei uns innerlich und vergeistigt auffassen. Das Wort Abstraktion weist darauf hin, dass etwas Körperliches als Bild geschaut wird. Real ist es, dass das geschaute Bild erstmal das Abbild einer körperlichen Struktur ist, welche es gibt. Alles Weitere erfolgt erst danach und wird auch allein nur eine dementsprechende Güte an sich tragen, wie wir es qualitativ und quantitativ aufgefasst haben.

Damit meine ich folgenden Vorgang. Wir sehen dabei eine Sache genau an und stellen diese uns unwillkürlich bei uns selbst vor. Das spricht uns an. Beide Bilder, das Wirkliche und das Geistige sollen wir annehmen und ausdeuten. Was wir davon abgeglichen haben, das lässt sich so auch verifizieren. Dieser Vorgang wird als Abstraktionsvermögen bezeichnet und ist ein einfacher Prozess bei der Schau dieser Natur. Er findet fortwährend statt und ist uns unterdessen mehr oder minder bewusst im Alltag.

Da gäbe es vielerlei über das Wesen der Elementare dieser Welt zu erlernen, wenn man diesen Weg einmal beschreiten wird. Ob wir das aber tun möchten, das bleibt uns selbst überlassen. Es kann keiner für einen anderen die Eignung solcher Begebenheiten an seiner statt festmachen. Jeder soll selbst eine Wahlfreiheit darüber haben, es zu bestimmen, was er tun möchte.

Vorgang

Phänomenologisches

Dieser Kosmos hat dem Menschen etwas zu bieten. Da sind zum einen die (unberührbaren) stofflich-physikalischen Elementare gegeben. Die (berührbaren) Prozesse dieses Daseins kommen ebenfalls vor. Das stelle ich nun einfach fest. Von hierherkommend werde ich es versuchen, einen Weg zu begehen, welcher eine Brücke zu etwas Weiterem auffindbar macht. Doch ich habe jetzt gerade erst diesen Weg dorthin begonnen zu gehen. Also schaue ich mich hier jetzt erst einmal noch etwas in den mir bekannten Gefilden um.

Was ich dabei sehe, das erscheint vor mir. Es ist da.

Was ich dabei hören kann, das erscheint vor mir. Es würde jedoch nicht sichtbar sein. Allein nur die Quelle der Geräusche kann ich wahrnehmen.

Dabei komme ich vor. Was ich dabei fühle oder schmecke, während ich das Sichtbare sehe und das Hörbare höre, bin ich selbst. Meine Sinne sind reflexiv, nach innen wie auch nach außen sind diese auszurichten. Das Wahrgenommene hat eine Richtung, aber es hat keine einzige allein. Ich kann die Augen bewegen, kann schauen oder erkennen. Aber ich kann auch ein Gesicht der Dinge visualisieren. Und das gelte so für jeden anderen Sinn in ähnlicher Weise. Doch steht mein Leib in Einklang damit, was mir dank dieser Besinnung eingegeben ist? - Das frage ich mich da.

Also bewege ich meine Hände. Ich sitze da, mache etwas mit diesen. Da suche ich einen Halt für mich. Das führe ich dabei aus.

Ich habe mir es einmal gut angesehen, was ich da mit den eigenen Händen getan habe, aber ich habe die Hände nicht dabei gehört. Vielmehr ist es so, dass ich diese wahrhaftig spüre. Es ist so für mich, dass das allein mir schon etwas wert ist, weil ich so etwas an mir habe, was es gibt. Da erkenne ich plötzlich mein Wirken als ein Dasein mit Auswirkung auf mich selbst, aber auch auf meine Umgebung an. Ich erschaue mich unterdessen getreu meiner gerade erscheinenden Form, erkenne auch die Gestalt meines Leibes dabei. Möchte ich diese so für gut anerkennen, wie sie ist? Was benötige ich dazu, um mich als ein Mensch auf eine richtiggehend gutartige Weise zu verstehen?

Jetzt habe ich da einmal für einen gewissen Moment meinen Blick auf einen Fokus ausgerichtet. Ich sehe etwas, habe es aber nicht eindrücklich angesehen. Ich erkenne es darum noch nicht wirklich, was ich da bereits erschaue. So schnell würde es nicht gehen! - Mein Blick wandert dann weiter über die unmittelbar von mir erfahrbare Umwelt, aber er würde nicht ohne einen Grund dazu nach ihr zu greifen beginnen. Es wird ja auch mein Blick sein und nichts anderes als das. Dieser hat solche Eigenschaften an sich, wie ich sie ihm selbst verleihe. An diese erinnere ich mich wieder beim Erschauen des Gegebenen, wenn es vor mir erscheint. Zumindest denke ich mir es so.

Noch immer setze ich diesen Weg weiter fort.

Jetzt lasse ich das bereits dazu Aufgeschriebene einmal bei mir Revue passieren. Dazu lese ich es durch. Danach setze ich das Verfassen dieses' Gedankenprotokolls' fort. Ich frage mich jetzt folgendes. Würde das nicht auch ich sein, welcher, während er diese ganzen Worte verfasst und durchdenkt, da ist und hier in dieser Welt vorkommt? - Weitere Fragen kommen da bei mir unterdessen auf. Was also wird der Grund dieser Existenz sein und was bedeutet sie für einen Menschen wie mich?

Einem umnachteten Menschen gleich sehe ich die Dinge um mich herum zuweilen mit staunender Miene an. Finster ist mein Blick unterdessen. Ich bin gewiss keine leuchtende Gestalt. Dunkel ist der Grund der Dinge für mich schon einmal geworden und das danach auch fortwährend geblieben. Es wird mir jetzt etwas über mich selbst klar, während ich das so bedenke.

In der Umgebung meines Arbeitszimmers ertönt derweil eine Musik und erheischt kurzfristig meine Aufmerksamkeit. Das lenkt mich jetzt etwas von dieser Schwermut ab. So komme ich zu mir und bin doch einfach allein nur da.

Idee

Die fünf Haltungen der Arme

Getreu einem Lehrbuch für angehende Samurai aus dem Mittelalter Japans übertrage ich hier einen eingängigen Lehrsatz auf das Geschehen der Gegenwart. Dieser hat mit der Grundeinstellung eines Menschen zu tun. Doch zuvor möchte ich daran erinnern dürfen, dass eine Einfachheit des Gegebenen das zu beübende Gut sein soll. Von dieser Annahme gehe man aus und verrichte keine allzu speziellen Dinge. So wird man die Regeln eines Basiswissens einhalten und zu bestehen lernen. Das soll durch eine eigene Kraft geschehen.

Der Mensch hat einen Leib zu eigen, welcher sich immerzu befindet. Mal ist das Gemüt von uns ausgeglichen, mal ist es eher andersartig, zuweilen wird es sogar unruhig oder unstetig sein. Das sollen wir wissen und berücksichtigen, wenn wir den Leib und dessen Kräfte beüben.

Erkennen wir doch das einfache Befinden des Leibes an und geben diesem ein Gewicht für das eigene Dasein. Ein solches Gewicht wird die wesentliche Begabung zur Erlangung von eigenen Kräften sein. Verzichten wir auf alles Zusätzliche und kommen mit uns selbst aus. Dann werden es allein nur die Formen sein, welche uns da verbleiben, um geübt und geschult zu werden.

Diese Formen sollen von gewöhnlicher Art sein. Es sind keine Spezialitäten der körperlichen Ertüchtigung, es bedarf keiner Kür. Der einfache Geist beherrscht sich da und verbleibt darum in Klarheit. So wird er zum Träger dieser Essenz. Hervorgebracht wird diese durch eine bestehende Ruhe bei uns.

Um für sich einzutreten ist der Mensch zuweilen auch mobil. Diese Eigenschaft gilt es zu erhalten. Auch sie werde denkbar einfach praktiziert, damit das Mögliche geschieht. Viel wichtiger als das Heldentum eines Einzelnen wird das Zusammenwirken von uns Menschen in einer Gemeinschaft sein. Darum beschneide man seine Wünsche, Erwartungen und Hoffnungen dementsprechend. Diesem Sachverhalt ordne man sich einfach unter, damit das Gute gelingt. Dabei wird man wahrscheinlich mehr erreichen und für sich gewinnen, als man das durch hervorragende Leistungen in Spezialwissenschaften bewirkt. Nun kommen wir endlich zur Form des Menschen, seiner regelmäßigen Übung der eigenen Bewegung.

Wir erkennen den Raum als eine gegebene Größenordnung an, als Umgebung also, innerhalb derer wir vorkommen und zu bestehen haben. Er bildet eine Einheit. Dieser Raum wird einzunehmen, aber nicht dauerhaft zu halten sein. Darum soll jede körperliche Erscheinungsweise befristet sein. Sie dient uns allein nur dann, wenn etwas in unserem Sinne Geeignetes geschieht.

Somit wäre alles grundlose Bewegen nutzlos, allein nur das Sinnige dient dem Menschen gut. Man ordne also sich selbst die unmögliche Vielfalt der Gegebenheiten unter und erreiche so sein eigentliches Gebiet, das von uns beherrschte. Da wird alles in endlicher Weise erscheinen. So aber wird es auch als etwas Erreichbares vorkommen, das wir zu sichten wissen.

Zusätzlich zur grundsätzlichen Positur eines Menschen ermöglicht die Beweglichkeit des Leibes desselben vier erreichbare Orte für die Hände, wo etwas ergriffen werden kann. Diese finden sich oben, unten, rechts und links. Was wir zu uns genommen haben, das führen wir zur Mitte hin, wo wir es beherrschen aber auch bewahren. Solcherart ist der fünfte Griff, welcher wesentlich für den innerlichen Halt eines Menschen sein wird.

Impuls

In einen Prozess eingebunden sein

Jedem Menschen ist ein eigentliches Wesen zu eigen. Dieses Wesen wird beständig durch eine Gewöhnung an das Gegebene. Letzteres ist austauschbar, kann variiert werden. Stellen wir es darum besser in einer für uns günstigen Weise ein, was gegeben ist, damit unser Wesen sich an diese Verbesserungen gewöhnt.

Entgegen dem in Europa üblichen Verständnis für den Leib des Menschen, welcher hierzulande mittels der gewohnten und bekannten Sportarten trainiert wird, die allesamt auf einen (quasi dem mittelalterlichen Ritterspiele entstammenden) Wettbewerb abzielen, bei dem einer besser als der anderes sein muss, hat der Yogin oder der davon abgeleitete Meditierende keine Möglichkeit zu einem Erhalt solcher Qualitäten. Tja, solche lehnt er beflissentlich ab. Schließlich kennt er andere Aufgaben für sich, welche keiner Teilhabe an solchen Ereignissen bedürfen, wie diese da bei uns landauf landab praktiziert werden. Stattdessen zieht er sich zum Studium zurück und betrachtet dieses bereits als das endgültige Ziel, da es ihn erfüllt.

Affirmation

Sich aus diffusen Strömungen hervorziehen

Der Mensch wandle vom Konkreten zum Unabhängigen, vom Geordneten zum Gewichteten, von der Freiheit zur Verpflichtung. Dafür stehe er ein. So erhalte er sein Gutes. Was es sein wird, das hat nur er allein zu bestimmen. Er hat ein Anrecht darauf, es zu gewinnen oder zu verlieren, ohne dass sich deswegen seine Würde verringert. Es würde nicht der Vorteil für die Gesellschaft, eine Gemeinschaft oder sich selbst sein, weshalb er diese Würde erhalten hat. Ein solches Denken lehne man getrost ab.

Gedanke

Vom einfachen Tanz (des Arbeiters)

Der Sachverhalt, dass eine Bewegung ohne Anspannung durchzuführen sein wird, soll es gerecht sein, dass ich diese als ein Tanzen beschreibe. Dazu wende ich das Format einer Liste darauf an, denn es ist gegeben, dass der Zusammenhang davon frei zu erwählen ist. Das soll getreu jener Aspekte geschehen, wie sie beim Spielen von jugendlichen Menschen vorkommen.

  • Das Einnehmen einer Grundhaltung ist der zurecht gewählte Ausgangspunkt für einen Tanz.
  • Der Grundzustand, bei dem getanzt werden kann, ist die Stille in der Umgebung ohne eine Not zur Bewegung.
  • Das Tanzen erfolge getreu einer inneren Ordnung des Menschen.
  • Der Ansatz zur Bewegung soll der einer Erleichterung des Leibes sein.

Impuls

Studie zur Bewegung ohne Variation

Die Einheit des Menschen ist eine Vorgabe für dieses Dasein. Wer diese in Frage gestellt hat, der geht in die Irre.

  • Eine Bewegung des Menschen erfolgt wegen der Notwendigkeit zu ihr.
  • Grundzustand der Haltung ist der einfache Stand mit gesenkten Armen. Diese hängen dabei locker herab.
  • Eine erste mentale Kraft gewinnt der Mensch durch die Nichteinnahme unnötiger Bewegungen, wenn er sich im Grundzustand dieser Haltung befindet.

Methode

Posituren des Leibes und dessen Kräfte

  • Fünf Orte (4 + 1) soll es zum Ergreifen und Halten der Dinge geben. Diese sind oben, unten, rechts und links (4) von uns aufzufinden. Was wir erhalten haben, das führen wir zur Mitte (1) hin.
  • Drei Stufen sollen gefunden werden. Diese werden auf die zuvor genannten fünf Orte angewandt. Die Begriffe 'weiter weg', 'mittig', 'näher dran' sollen diese Stufen kennzeichnen.
  • Drei Qualitäten der Kraft soll der Mensch sich zu eigen machen. Stärker als gewöhnlich, schwächer als gewöhnlich und wie gewöhnlich beschreiben ihre Eigenschaft hinreichend.

Die sich durch diesen Ansatz ergebende Vielheit der Gegebenheiten soll es dem Menschen ermöglichen, vielseitig und doch geordnet zu wirken.