Gedichte

Vers

Ohne Schuld und ohne Schaden sein

Es stottert das Maschinengewehr so sehr, dass es an seinem Schall zerbricht.

Da hat man sein Ende nicht kommen gesehen. So kann es mitunter gehen.

Glück gehabt! - Manch einer würde das Töten anderer Menschen nicht lieben.

Derweil sind es die Zündfunken gewesen, welche dieses Werk verrichtet haben.


Die Ruhe heilt den sanften Mann schon lang. Da währt es an.

Gedicht

Welt im Spiegel der Zeit

Manchen Pegel hat der Wasserstand zu eigen,

derweil hat nicht alles im Wasser gestanden.

Nein, manches hat im Schnaps gelegen.

Verwegen sind da die Worte der Menschen gewesen,

als sie, aus der Pinte kommend, zur Tinte gegriffen haben.

Alkoholismus und ein daraus resultierender Schaden


haben uns es eingebracht.

Finster ist das Dunkle nicht mehr allein nur in der Nacht.

Nein, mancher Wahnsinn hat sich bei uns breitgemacht.

Da haben all die vielen Sorten der Retorten dieser Klone

nichts anderes zu eigen,

als ohne eigene Kraft und guten Saft anderen ihre Schwächen aufzuzeigen.


So hat der Spiegel an der Welt gerührt.

Manches hat er dabei sehr stark berührt.

Er hat es regelrecht zerschlagen.

Zu diesen Tagen einer glücklosen Suche nach dem Rechten

gelingt es den herrischen Schluckspechten,

manches doch hervorzukehren, was nicht gut gewesen ist.


Ohne Reim wird der Dichter des nicht Geehrten zum Vernichter.

Da tränkt er seinen Körper gut,

der Alkohol im Blut soll es jetzt sein, der das Letzte daran tut.

Damit hat man es auf den Punkt gebracht.

So lallt er die Worte.

Welt und Spiegel, das sind seine Orte.


Mathias Schneider, Offenburg, den 16.05.2021

Gedicht

Aufschluss

Ein Wort für den Herrn

das bewahre ich mir gern.

So habe ich etwas erhalten.

Erkalten muss mir mein Gemüt,

damit es nicht zu früh erblüht.


Eine Tat für den Herrn,

die führe ich bald aus.

So habe ich mir meinen Mut bewahrt.

Hitzig möchte ich nicht sein,

noch will ich alles verdorben haben.


Innehalten,

das soll mein Motiv sein

für einen guten Weg.

So ist nichts bei mir vorgekommen,

was dem im Wege steht.


Mathias Schneider, Offenburg, den 16.05.2021

Gedicht

Harmloses Durcheinander

Mit Engelszungen sonders Gleichen

seid ihr nicht mehr zu erreichen?

Was habt ihr Euch dabei gedacht?

Dunkel ist es in der Nacht,

der Mond erscheint uns jedoch hell.

Das wisst Ihr alles schon so gut.

Das ist wahr, gell?

Ruhig ist es noch, das Blut.

Schnell wird jedoch die Stimme dagegen erhoben,

Funken, die zum Himmel oben

hinreichen, sind bald zerstoben.

Abgehoben ist derweil schon der Scheiterhaufen.

Was werdet Ihr Euch als nächstes kaufen?


Mathias Schneider, Offenburg, den 14.05.2021

Gedicht

Angelus

Im Überfluss erfährt der Mensch manche Beklemmung.

Darf er das hinnehmen?

Er spürt seine geistliche Verengung

und ändert sein Benehmen.


Da hat ihn wohl ein Engel geführt.

Seinem Glück hat er entsagt.

Das hat er so bei sich gespürt

und so der Fortuna zugesagt.


Damit hat er ihr entsprochen.

Eine Sache von Wert hat er getan.

Mit sich hat er gebrochen

und so nimmt er es an,


dass seine Wollust eine Gier gewesen ist.

Eigentlich ist es ihm klar.

Er möchte ihre Eigenschaften nicht

und so macht er es wahr.


Dann hat er alles so belassen,

ist gegangen und entschwunden.

Man hat ihn sogar gelassen.

Da hat er sich gefunden.


Mathias Schneider, Offenburg, den 09.05.2021

Gedicht

Auf Wiedersehen!

Dort, wo ich bin, kann ich etwas gestalten.

Doch ich könnte es nicht festlegen,

was das für mich sein soll,

solange es noch nicht entstanden ist.


Da werde ich es bei mir halten,

meine Gedanken doch verschalten.

Ich bin der Freuden voll,

solange es aufgekommen ist.


Trist ist aller Dinge sein,

nimmt man sie an,

ohne dabei etwas zu verspüren

oder sich sonst irgendwie zu rühren.


Da kann es uns kaum berühren.

Bei einem solchermaßen dominanten Wesen

erkaltet all der Glanz der Welt.

Dann geht es allein nur ums Geld.


Die Geltung verschafft dem Menschen solch eine Ehre,

dabei ist es so, dass ich mich dagegen erwehre.

Ich brauche kaum, was ich nicht habe.

Ich finde es jedoch schade.


So sitze ich da, die Augen blitzen.

Inmitten meines Zimmers komme ich bald ins Schwitzen.

Witze möchte ich keine machen,

aber trotzdem habe ich Grund, um zu lachen.


Da haben andere es gut gemeint

und den Dingen ihres Lebens sicherlich entsprochen.

Sie sind mit ihrem Glück vereint

und wirken ungebrochen.


Derweil erfahre ich eine Faszination.

Das kenne ich so von mir.

Was andere haben, das bewundere ich schon.

Da bin ich allein nur ein Herdentier.


Was ich aber für mich brauche,

das soll man mir auch lassen.

Derweil möchte ich mich damit befassen

und zudem mir mein Glück zugestehen.


So etwas ist schön!

Daran kann man es ersehen,

welche Winde bei uns wehen.

Es ist normal, dass die vergehen.


Auf Wiedersehen!


Mathias Schneider, Offenburg, den 09.05.2021

Gedicht

Impulsives Verhalten

Schnörkellos und ohne Zierde

möchte ich des Menschen Bürde

für mich verstehen,

anerkennen und weitergehen.


Betrifft mich alles doch so sehr,

so habe ich damit doch keinen Verkehr.

Es ist mich gar nichts angegangen.

Wolken, die darüber hängen.


Sonnenglanz und all das Treiben,

das möchte ich mir nicht einverleiben.

Da gehe ich weiter, Schritt für Schritt.

Halte bei mir, nehme mich mit.


Offenburg, den 09.05.2021

Mathias Schneider

Gedicht

Das Eichhörnchen

Was ich nicht für mich erhalten habe,

das hat mir sehr gefehlt.

Doch woher soll es kommen,

wenn man nichts für sich behält?


Wer alles geteilt hat, der hat davon

zweimal das Gleiche, nur eben halb so viel.

Der eine schreit, macht da ein Gebrüll,

weil er seine Not kann schauen.


Das muss man erst einmal verdauen.

Was ich auch will,

für mich allein habe ich nichts zu eigen.

So muss sich mir ein guter Weg aufzeigen.


Was ich nicht erhalten habe, das verschaffe ich mir.

Da bin ich wie ein Nagetier.

Ich halte für mich von allem etwas zurück,

das sei alsbald mein Glück.


Mathias Schneider, Offenburg, den 09.05.2021

Gedicht

Ein eigener Herr

Mensch, sei bedacht.

Finster ist es zu mancher Nacht.

Halte für Dich ein Lichtlein vor,

stelle es auf bei Tür und Tor.


Heiße freundlich willkommen,

Dein Friede bleibe unbenommen.

Beherrsche weise Deine Zeit,

sei für das Gute doch bereit.


Im eigenen Hause und im eigenen Land,

bist Du vor allem unter Deinem Namen bekannt.

Da eilt Dir stets voraus Dein Ruf.

Es stinkt ein jeder nach dem Suff.


Das Gift wird sich Dir zeigen,

im Nachgang ist ihm eine Auswirkung zu eigen.

Sie kommt davon, das sei Dir klar.

Befreist Du Dich einmal, ist es erst wahr.


Dann erkennst Du Deine Sorgenfalten.

Mensch, etwas sollst Du für Dich erhalten.

Der Lohn nach langem arbeitsreichem Streben

ist ein krummer Buckel und nichts anderes eben.


So hat es sich Dir aufgezeigt,

was mit Dir im Leben so geschieht.

Hast Du es einmal angenommen,

dann wird es auch so kommen.


Mathias Schneider, Offenburg, den 10.05.2021

Gedicht

Eine Aufsummierung

Eine Wiedergabe der Gedanken

setzt dem Menschen seine Schranken.

Sie erlegt ihm manche Kette auf.

Da hört er bei anderen eine Auswahl aus seinen eigenen Worten.


Fort ist da sein Geist, man verkennt ihn zuhauf,

als sie nachgesprochen worden sind. Welch ein Morden!

Trist wirkt seine Stimmung unterdessen,

weil alles davon abgefallen ist. So etwas kann uns zernagen, ja, zerfressen.


Da haben wir geschluckt und das Eigentliche davon eingestampft,

obwohl es einmal für uns etwas Gutes hat bewirken sollen.

So ist kein Lebensglück an uns kondensiert, nein, sondern es ist verdampft,

das Ganze haben wir nicht auf solche Weise erfahren wollen.


Mit Hoffnung haben wir es uns einmal erdacht,

die haben wir nun verwerfen müssen.

Man hat uns richtig eingemacht,

unsere Stimme ist verstorben. Niemand will uns dafür küssen.


Mathias Schneider, Offenburg, den 14.05.2021

Gedicht

Bewährung fehlt

Alles Gute bleibt auf seinem Weg,

doch kann es sich verlaufen.

Man hat sich manches überlegt,

um dessen Seele zu verkaufen.


Das eigene Glück möchte man steigern,

da macht man es sich klar.

Das Gute würde sich nicht verweigern,

so schwindet es Jahr um Jahr.


Ein Stück weit haben wir es schon

für anderes hergegeben.

Nun findet man nichts Gutes mehr an unserem Ton,

so überkommt es uns im Leben.


Ideen entwickelt man zuhauf,

was besser werden muss.

Es haben alle einen Schuss

das Schäbige hat dabei einen Lauf.


Mathias Schneider, Offenburg, den 14.05.2021

Gedicht

Zeit, die nicht vergangen ist

Das Sprechen all der vielen Worte

-oh Wunder, wie bist Du so ermuntert-

hat manchen seinen Kopf gekostet.

Es ist stets lieblich gemeint und gar nicht rostend.

Da wendet sich das Blatt am Orte.

Verrostet ist dabei die Liebe für immer,

doch es geht noch schlimmer.

Aufgemuntert senke ich jetzt meinen Kopf erst recht.

Das alles ist doch richtig schlecht.


Mathias Schneider, Offenburg, den 14.05.2021

Gedicht

Danke

Es gibt kein richtig und kein falsch.

Da müssen wir es offensichtlich schlucken.

Man presst es uns rein.

In unserem Hals verspüren wir das Drücken.


Alles bei uns wird verrücken.

Glauben wir es erst einmal,

wird noch das letzte Wasser schal.

Schmecken würde das gar nicht gut.


Der Zorn verkocht uns unser Blut.

vergessen ist das Sein.

Allein nur dieses kann ich haben,

zu meinem Schaden hat man das fest um mich geschlossen.


Ich bin darin wie eingegossen.

Gefangen ist der Schmerz.

Mein Herz hat ihn empfangen.

Das soll reichen?


Schon seit Langem geht das so.

Ohne mir noch richtig zu gleichen,

komme ich mir vor wie ein Narr.

Das habe ich gar nicht gut


gefunden

und auch nicht als wunderbar

erkannt.

Derweil schürt man schon die Glut,


irgendwann macht man es wahr.

Heute hat man uns schon geschunden,

bereits morgen zeichnet man uns in diesem Land.

So erstreckt sich folgerichtig


ein Gedanke.

Der ist wie alles andere auch so nichtig.

Wiederum sage ich Danke.

So spricht es für Euch aus, der Kranke.


Mathias Schneider, Offenburg, den 14.05.2021